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Date: 2016-02-19

qTalk, 23.Feb.2016 Der Bundestrojaner

und die Angst der Verwalter vor dem Bürger

Justizminister Brandstetter will die Kommunikation von Verdächtigen im Internet besser überwachen können. Er nennt es „Gleichziehen mit Straftätern“. Technisch erfordert das Spionage-Software. [3]


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Georg Markus Kainz begibt sich auf die Suche nach den versteckten Prozessen und geheimen Techniken um mit dem Sicherheitsexperten René Pfeiffer eine Antwort zu finden, wie man ein unberechtigtes Eindringen auf den eigenen Geräten und den Schutz der eigen Infrastruktur bewerkstelligen kann. Schließlich wollen wir auch auf unseren Geräten die Gewissheit haben, dass wenn man die Vorhänge zuzieht die neugierigen Blicke draußen bleiben.

Datum: 23. Februar 2016
Zeit: 20.00 Uhr (Einlass 19.00 Uhr)
Ort: Raum D / MQ / Museumsquartier
Museumsplatz 1, 1070 Wien
Podium:
  • René Pfeiffer, Admin & Sicherheitsexperte
  • Georg Markus Kainz, q/uintessenz

Wenn der Vertrauensgrundsatz nicht mehr für die eigenen Bürger gilt, wenn richterliche Maßnahmen nicht mehr reichen und Behörden die eigenen Bürger immer mehr überwachen und kontrollieren, ja bespitzeln, dann ist die Forderung nach Überwachung der Privatwohnungen nicht mehr weit.
Wer Kameras und Mikrofone in den Wohnzimmern, den Kinderzimmern und Schlafzimmern überwachen möchte, redet bald vom Bundestrojaner. Laptop und Handy sind mit Kamera und Mikrofon ausgestattet und Software steuert, ob etwas aufgenommen und ins Internet übertragen wird.

Mussten im Roman 1984 noch Teleschirme, die sowohl Sende- als auch Empfangsgeräte waren, in jedem Haus installiert werden, so haben wir mit Handy und Laptop jederzeit Geräte bei uns, die diese Überwachung übernehmen können.

Statt mit aller Energie Schwachstellen aufzuspüren, um diese für Kriminelle zu verschließen, sollen gerade diese Schwachstellen verheimlicht werden, um das Eindringen und Installieren von Überwachungssoftware auf Handy und PC zu ermöglichen.

Laut wäre der Aufschrei, wenn Behörden verlangen würden, dass alle Schlösser für Haustüren oder Tresore ohne Wissen und Zustimmung der Eigentümer geöffnet werden könnten - und das sogar so heimlich, dass der Besitzer dieses Eindringen gar nicht bemerken könnte. In etwa so ein Szenario wird gefordert, wenn das FBI Apple verklagt, weil sich dieser Konzern nach den Snowden Enthüllungen aus Angst, die Firma könnte Schaden nehmen, weigert wieder Schwachstellen in die eigene Software einzubauen.

Ein Bundestrojaner kann ja nur über eine Schwachstelle installiert werden, und bleibt nur unentdeckt wenn die Virenscanner diese Spionagesoftware nicht erkennen können. Das was ein Bundestrojaner macht, kann dann aber auch von jedem Kriminellen ausgenutzt werden. [6]

[1] Die Zeit 18. Februar 2016
iPhone: Google und WhatsApp stärken Apple im Streit mit dem FBI US-Behörden verlangen eine Möglichkeit, um gesperrte iPhones zu knacken. Das Unternehmen hält dagegen – mit Unterstützung der Konkurrenz. Google und WhatsApp stellen sich im Streit mit der US-Bundespolizei an die Seite von Apple: Das FBI will gesperrte iPhones knacken können, wenn das erforderlich ist. [...]
Google-Chef Sundar Pichai warnte, die Forderung an ein Unternehmen, das Hacken von Geräten und Daten seiner Kunden zu ermöglichen, "könnte ein besorgniserregender Präzedenzfall werden" und die Privatsphäre von Nutzern verletzen. [...]
Apple-Chef Cook kündigte an, das Unternehmen werde sich gegen die gerichtliche Anordnung wehren, dem FBI das Entsperren des iPhones des Attentäters zu ermöglichen. Würde Apple die geforderte Software entwickeln, entstünde damit generell eine Hintertür ins iPhone, argumentiert Cook. Ein Einfallstor für Sicherheitsbehörden, das unter bestimmten Bedingungen generell nutzbar wäre.
[2] Die Presse 17.02.2016
Apple will FBI keinen Zugang zu iPhones geben
Apple will trotz einer richterlichen Anordnung der US-Bundespolizei FBI den Zugang zu Kundendaten auf iPhones verwehren.
Seit der Aufdeckung der Massenüberwachung der NSA durch Edward Snowden, sind US-Unternehmen darum bemüht, sich von US-Regierungen zu distanzieren. Hintertüren, um den Behörden Zugang zu Nutzerdaten zu geben, wurden von Snowden offengelegt, aber von Microsoft, Google und Apple seit jeher bestritten. Und jetzt soll Apple auf richterlichen Beschluss eine solche Hintertür programmieren - für ein einziges Gerät. Und das Unternehmen wehrt sich.
[3] Frankfurter Allgemeine Zeitung 16.02.2016 (S. T4)
Windows 10 den Datenhahn zudrehen
Mit Microsofts neuem Betriebssystem holt man sich die Schnüffler auf den Rechner. Wir beschreiben, was sich dagegen unternehmen lässt.
Von Michael Spehr
Microsoft übertreibt es: "Der Verbraucher wird von Windows 10 komplett überwacht und ausgeforscht", sagt Christian Gollner von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz - wir hatten unlängst berichtet. Die Erlaubnis zur Schnüffelei erteilt der Nutzer selbst, nämlich bei der Installation seines neuen Betriebssystems. In den Standardeinstellungen von Windows 10 sind anschießend alle nur denkbaren Optionen der Datenübertragung eingeschaltet.
[4] Der Standard 17. Februar 2016
Stuxnet als erster Akt: USA wollten Iran mit Cyberangriff lahmlegen
Geheimprojekt "Nitro Zeus" hätte Infrastruktur zerstören sollen – außerdem detaillierte Pläne gegen Nuklearanlage
Das US-Militär hat offenbar in den vergangenen Jahren detaillierte Vorbereitungen für einen großflächigen Cyberangriff auf den Iran getroffen. In der Operation "Nitro Zeus" hätten Computerviren iranische Luftabwehrsysteme sowie Kommunikations- und Stromnetz lahmlegen sollen. Dafür sollen die USA zigtausende Mitarbeiter und Millionen Dollar aufgewendet haben.
[5] Der Standard 11. Februar 2016
Spionage-Kühlschrank: US-Geheimdienst will Menschen über vernetzte Geräte überwachen
Das bestätigte US-Geheimdienstdirektor James Clapper gegenüber dem US-Sensat
Wer bei integrierten Kameras und Mikrophonen in diversen Geräten und Daten ins Netz schickende Sensoren ein mulmiges Gefühl hat, liegt nicht so falsch. Dem US-Geheimdienstdirektor James Clapper schwebt vor, Menschen in Zukunft über ihre vernetzten Geräte zu überwachen. Das bestätigte er nun erstmals gegenüber dem US-Senat.
[6] Heise 11.02.2016 
Trojaner öffnet anscheinend Hintertür bei Skype
Dennis Schirrmacher
Die T9000-Malware soll verschiedene Viren-Wächter effektiv austricksen und nach einer erfolgreichen Infektion unter anderem Skype-Gespräche mitschneiden können.
Sicherheitsforscher von Palo Alto Networks warnen vor dem Trojaner T9000, der sich in Skype einklinken [1] und Videotelefonate aufzeichnen kann. Davon sollen ausschließlich Windows-Nutzer bedroht sein. Inwieweit der Schädling aktuell grassiert, ist nicht bekannt.
[7] Die Presse 01.02.2016
Trotz Verschlüsselung: Brandstetter will Skypen abhören
Benedikt Kommenda
Justizminister Brandstetter will die Kommunikation von Verdächtigen im Internet besser überwachen können. Er nennt es „Gleichziehen mit Straftätern“. Technisch erfordert das Spionage-Software.
Wien. Nachdem sich die Koalition vorige Woche nach vergeblichem Werben um die Opposition auf ein neues Staatsschutzgesetz geeinigt hat, will Justizminister Wolfgang Brandstetter den nächsten Schritt zur Terrorbekämpfung innerhalb der Koalition durchsetzen: Im Interview mit der „Presse“ kündigt der von der ÖVP nominierte Minister eine Gesetzesinitiative an, mit der er zur Aufklärung schwerer Straftaten die Überwachung der Kommunikation im Internet verbessern möchte. „Im Wesentlichen die Internet-Telefonie“
[8] Der Standard 1. Februar 2016
Justizminister will verschlüsselte Dienste wie Skype abhören
Brandstetter will laut Presse mit "Straftätern gleichziehen" – Trojaner nach derzeitigem Stand wohl nicht verfassungskonform
Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) will Zugriff auf verschlüsselte Kommunikationsdienste wie Skype oder WhatsApp. "Ich will das, ich arbeite daran, und ich hoffe, dass wir es erfolgreich abschließen können", sagte Brandstetter zur "Presse". Er fordert ein "Gleichziehen mit Straftätern", was technische Möglichkeiten betrifft. Details, wie das passieren soll, wollte Brandstetter jedoch nicht bekanntgeben.
[9] Der Standard 16. Dezember 2015
Justizminister will "zielgerichtete" Whatsapp-Überwachung
Behörden sollen auch auf verschlüsselte Daten zugreifen können
Unmittelbar nach den jüngsten Anschlägen von Paris ließen Geheimdienste keinen Zweifel daran, was sie für eine bessere Terrorabwehr haben wollen: einen leichteren Zugriff auf Messenger wie Whatsapp.
[10] ORF 09.04.2008
Arbeitsgruppe stellt Trojaner-Bericht vor
Justizministerin Maria Berger [SPÖ] und Innenminister Günther Platter [ÖVP] haben in Wien den Bericht der Arbeitsgruppe zur Online-Durchsuchung präsentiert. Verfassungsrechtler und Arbeitsgruppenleiter Bernd-Christian Funk warnte die Minister eindringlich davor, die Grenzen zwischen Prävention und Strafverfolgung verschwimmen zu lassen.

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edited by Georg Markus Kainz
published on: 2016-02-19
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