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Date: 2002-11-14

US: Die Profile von KARNAC

Warum es gegen diese Vorhaben der totalen Überwachung in den USA keinen Aufschrei gebe - siehe die letzten paar q/depeschen - sei unverständlich. So schließt das unten attachierte Kapitel aus Gerald Reischls Überwachungs-Reader "Unter Kontrolle", der im Frühjahr 2002 erschienen ist
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Das globale Informationssystem

Terroristen mit einer Software zu entdecken, dieses Ziel haben seit dem 11.
September 2001 einige Organisationen und auch Software-Hersteller. Das
Forschungslabor der US Air-Force hat gemeinsam mit der US-Firma Applied
Systems Technologies (www.asinc.com) mit Sitz in Roswell, eine
Prognose-Software entwickelt. Ziel der Forschungsarbeiten: Eine globale
Informationsdatenbank, Global Information Base (GIB), die weltweit genutzt
werden kann. Von den USA und allen "alliierten" Staaten.

Die Software heißt Knowledge Aided Retrieval in Activity Context, KARNAC
abgekürzt. Das interessante Detail daran. Sie soll mit sämtlichen
verfügbaren Daten gefüllt werden, Informationen aus der Luftfahrt ebenso wie
aus anderen Bereichen. In der GIB sollen Daten über alle Waffenlizenzen,
Verbrechensregister, Kfz-Zulassungsstellen gesammelt und ausgewertet werden.
Aber auch anderen Systemen soll die GIB zur Verfügung stehen, die das System
ebenfalls mit Informationen beschicken sollten: Banken, Versicherungen,
Handelsgesellschaften und die Polizei.

In KARNAC sind die Profile bereits begangener und aufgeklärter Verbrechen
gespeichert. Die Software zieht Parallelen und versucht dann vorherzusagen,
mit welcher Wahrscheinlichkeit hinter einer Reiseroute etc. Ein Anschlag
stecken könnte. KARNAC schickt auch eine Warnung, wenn jemand versucht,
explosives Material oder andere gefährliche Chemikalien zu erwerben, einen
Lastwagen bucht oder ein Hotelzimmer in der Nähe von staatlichen oder
anderen sensiblen Einrichtungen. Passiert so etwas, schlägt das System
sofort Alarm und Anti-Terroreinheiten rücken aus. KARNAC hätte auch, davon
sind die Entwickler überzeugt, auch Timothy McVeigh, der den Anschlag in
Oklahoma City durchgeführt hatte, überführen können. Vor dem Attentat.

Die Folgen einer solchen Mega-Datenbank sind dramatisch. Ein System, das mit
allen Informationen gefüllt wird, damit man terroristische Aktivitäten
verhindern kann, greift mehr in die Privatsphäre ein, als man sich
vorstellen kann. Da ja alle Informationen, nach der Definition der
US-Sicherheitsbehörden, sicherheitsrelevant sein können, müssten sowohl
Behörden als auch private Unternehmen diese GIB mit Daten beschicken - aus
dem Finanzsektor, Reisebranche, öffentliche Datenbanken, etc. Ein solches
globales Informationssystem würde Rasterfahndungen zu einer Standardmethode
machen. Jeder Schritt, jeder Reisekilometer, jeder Einkauf wäre hier
gespeichert. Auf Knopfdruck hätte man jegliche Information einer Person
parat. Denn das prekäre an dieser GIB: Es ist eine Analysedatenbank. Aus
Daten und Informationen unbescholtener Bürger werden Parallelen gezogen um
Bös und Gut voneinander zu trennen. Warum es bislang noch keinen Aufschrei
gegen diese Datenbank gegeben hat, ist unverständlich.

Mehr dazu
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edited by Harkank
published on: 2002-11-14
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